Österreichische Post einigt sich auf Lohnplus und plant 200 bis 300 neue Zustellstellen
Post einigt sich auf Lohnplus und erweitert Paketnetz
Die Österreichische Post hat nach zähen Verhandlungen mit der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten einen Kompromiss erzielt, der Beschäftigten spürbare Lohnentlastung und dem Konzern zusätzliche Kapazitäten für das Paketgeschäft sichern soll. Der neue Kollektivvertrag sieht eine Gehaltserhöhung von 3,00 Prozent vor, die alle Angestellten einschließlich der Lehrlinge umfasst.
Parallel sollen Nebengebühren und Zulagen ab Oktober 2026 im gleichen Umfang steigen. Laut Mitteilung der Post tritt die Vereinbarung rückwirkend zum 15. September 2026 in Kraft; diese Zeitangabe wirkt ungewöhnlich und dürfte ein Fehler im veröffentlichten Text sein. Aufsichtsrat und Gewerkschaft müssen dem Abkommen noch formal zustimmen, in Marktkreisen gilt dies jedoch als Formsache.
Wachstumstreiber Paketgeschäft
Ein zentrales Element des Paketzustellmodells mit dem Arbeitstitel KVneu ist die Schaffung von 200 bis 300 zusätzlichen Stellen in der Paketzustellung. Die Post reagiert damit auf dauerhaft steigende Sendungsmengen und setzt auf ein Arbeitsmodell, das Leistung honoriert, aber kollektivvertragliche Standards einhält. Neue Kräfte sollen nach den Regeln des Kollektivvertrags beschäftigt werden, die Post kündigte zugleich technischen und infrastrukturellen Ausbau an, um künftig mehr Volumen abwickeln zu können.
Finanzielle Folgen und Marktreaktionen
Das Unternehmen verschiebt die Umsetzung der Lohnanpassung um rund zweieinhalb Monate gegenüber früheren Überlegungen, um die Belastung für den Konzern zu glätten. Anleger reagierten moderat: Die Aktie wurde zuletzt bei 32,05 Euro gehandelt. Analysten der Montega AG bewerten das Papier mit Kaufen und heben die führende Marktposition der Post im heimischen Logistikmarkt hervor. Im Mai wird voraussichtlich der Zwischenbericht zum ersten Quartal 2026 veröffentlicht, der Aufschluss über den Geschäftsverlauf im laufenden Jahr geben soll.
Der Abschluss der Verhandlungen wird in Unternehmenskreisen als wichtiger Schritt zur Sicherung des sozialen Friedens in einer Zeit hohen Paketaufkommens angesehen. Für Beschäftigte bringt die Einigung kurzfristig mehr Lohnsicherheit; für das Management beginnt nun die operative Aufgabe, das Personal aufzubauen und die Infrastruktur an die erwarteten Mengen anzupassen.

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