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Ostwürttemberg in der Warteschleife: Arbeitsmarkt stagniert, Langzeitarbeitslosigkeit wächst

30. Mai 2026

Arbeitsmarkt bleibt stehen, Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt sich

Aalen. Die Mai-Statistik zeichnet ein ernüchterndes Bild: 11.448 Menschen waren Ende Mai in Ostwürttemberg arbeitslos gemeldet, 461 mehr als vor einem Jahr (+4,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 4,4 Prozent und verharrt damit zum fünften Mal in Folge auf demselben Wert.

Stefan Schubert, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Agentur für Arbeit Aalen, kommentiert zurückhaltend positiv: «Erfreulicherweise ging die Arbeitslosigkeit in der Region Ostwürttemberg zurück – wenn auch nur um einen kleinen Schritt mit 0,1 Prozent. In Anbetracht der anhaltenden konjunkturellen Schwäche macht das aber ein klein wenig Hoffnung.»

Zwischen Ostalbkreis und Heidenheim klafft eine Lücke

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich eine Region mit geteiltem Gesicht: Im Ostalbkreis sank die Zahl der Arbeitslosen auf 7.324 Personen, die Quote ging leicht auf 4,0 Prozent zurück. Heidenheim dagegen verzeichnete einen Anstieg auf 4.124 Arbeitslose und eine Quote von 5,4 Prozent. Beim Jobcenter stieg die Zahl der Hilfebedürftigen im Monatsvergleich um 3,1 Prozent, was strukturelle Probleme in Teilen der Region unterstreicht.

Langzeitarbeitslosigkeit nimmt zu

Besonders alarmierend ist der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit: 3.747 Menschen sind länger als ein Jahr ohne Stelle, das entspricht 32,7 Prozent aller Arbeitslosen und einem Zuwachs von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unter den Empfängern von Grundsicherung durch Bürgergeld sind 53,7 Prozent langzeitarbeitslos, ein Indiz für eine zunehmende Verfestigung von Erwerbslosigkeit.

  • Im Mai meldeten Arbeitgeber 562 neue Stellen, zehn weniger als im April.
  • Seit Jahresbeginn gingen 2.495 Stellenangebote beim Arbeitgeber-Service ein, das sind 20,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
  • Der Bestand an verfügbaren Stellen liegt bei 2.859, ein Rückgang von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Vermittlungsdynamik bleibt schwach: 739 Personen traten im Mai eine Beschäftigung an, dem standen 902 Neumeldungen gegenüber. Dieses Missverhältnis macht deutlich, dass weniger offene Stellen auf mehr Suchende treffen.

Kurzarbeit als Frühwarnsystem bleibt vorerst ruhig

Die Anzeigen für Kurzarbeit fielen im Mai deutlich: nur sechs Betriebe meldeten Kurzarbeit für 97 Beschäftigte, nach Berichten über deutlich höhere Zahlen im April. Die endgültigen Abrechnungsdaten für November 2025 zeigen, dass damals 68 Betriebe Kurzarbeit umsetzten und 1.087 Beschäftigte betroffen waren. Kurzarbeitszahlen liefern mit Verzögerung wichtige Hinweise, bleiben aber aktuell kein breitflächiges Alarmzeichen.

Ein Lichtblick bei Jugendlichen

Einziger positiver Trend: Die Jugendarbeitslosigkeit sank auf 3,2 Prozent, ein Rückgang um ein Zehntel gegenüber dem Vormonat. Jugendliche machen etwa acht Prozent der Arbeitslosen aus, ihre Chancen auf Ausbildungs- und Einstiegsposten sind damit vergleichsweise stabiler.

Fazit: Der Arbeitsmarkt in Ostwürttemberg stagniert. Die Region wartet auf eine Verbesserung der Konjunktur und auf mehr Stellenangebote, sonst droht die Verfestigung von Arbeitslosigkeit weiter zuzunehmen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: schwaebische-post.de
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