Post kündigt Abbau von 60 IT-Stellen an — Umbau der Informatik löst Spannungen aus
Post kündigt Abbau von 60 IT-Stellen in der Schweiz an
Die Schweizerische Post hat einen weiteren Schritt in ihrem Konzernumbau angekündigt: Rund 60 Stellen in der Informatik sollen bis Oktober 2026 wegfallen, zudem sind Veränderungen von etwa 20 Arbeitsverträgen geplant. Mitte Juni startet ein Konsultationsverfahren, nach dessen Abschluss die definitive Zahl der betroffenen Stellen feststehen soll.
Die Entscheidung trifft viele Beobachter überraschend, denn die Informatik gilt als zentrale Säule der digitalen Transformation des Unternehmens. Dienstleistungen wie Paketverfolgung, E-Post, digitale Identitäten und moderne Logistikplattformen sind Ergebnis hoher Investitionen in die digitale Infrastruktur. Gleichwohl begründet die Post den Schritt mit veränderten Anforderungen und dem Ziel, die IT effizienter zu organisieren.
Insgesamt beschäftigt die Post in der Schweiz rund 1500 IT-Spezialistinnen und IT-Spezialisten; der angekündigte Abbau entspricht damit knapp vier Prozent dieser Belegschaft. Schon im Herbst hatte das Unternehmen bekanntgegeben, Stellen in der IT ins Ausland zu verlagern; damals waren rund 200 Arbeitsplätze betroffen, die teilweise nach Portugal ausgelagert wurden. Parallel wurden zuletzt auch operative Tätigkeiten wie Spezialreinigungen ausgelagert, wodurch weitere Stellen entfielen.
Die Ankündigung stösst erwartungsgemäss auf Widerstand bei Mitarbeitenden und Gewerkschaften. Kritiker warnen vor Knowhow-Verlusten und einer Schwächung der internen technischen Kompetenz, während die Post auf die Notwendigkeit einer schlankeren, anpassungsfähigeren IT-Struktur verweist. Die definitive Ausgestaltung der Massnahmen bleibt Gegenstand der Gespräche mit den Sozialpartnern.
Die Konzernzentrale in Bern steht damit erneut im Fokus, während Beschäftigte an verschiedenen Standorten um ihre Tätigkeiten kämpfen. Wie viele Jobs letztlich tatsächlich wegfallen und welche Bereiche besonders betroffen sein werden, wird das Ergebnis des Konsultationsverfahrens zeigen.
Die Post betont, ein geordneter Prozess sei zentral; für Betroffene sollen Sozialpläne und Unterstützungsmöglichkeiten geprüft werden. Dennoch bleibt die Nachricht ein markantes Zeichen dafür, dass Digitalkosten und Effizienzüberlegungen selbst jene Bereiche nicht verschonen, in die der Konzern in den vergangenen Jahren massiv investiert hat.