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Zwischen Hoodie und Maßanzug: Bewerber tappen im Dresscode-Dilemma

09. August 2026

Bewerber stehen nach der Pandemie vor einem neuen Dresscode-Dilemma

Die vertrauten Regeln fürs Vorstellungsgespräch sind ins Wanken geraten. Nach der Welle an Homeoffice und Videointerviews zeigt sich in vielen Büros eine lockere Kleiderordnung, während Kandidaten oft noch zum klassischen Anzug greifen. Das sorgt für Unsicherheit und kann den ersten Eindruck beeinflussen.

Dani McEwen, Studentin an der Baldwin Wallace University in Berea, Ohio, erinnert sich an ein Vorstellungsgespräch, bei dem ihr navyfarbenes Sakko und die passende Hose plötzlich fehl am Platz wirkten. «Ich dachte sofort, ich wirke zu aufgesetzt und zu förmlich», sagt sie. Solche Momente sind inzwischen keine Ausnahme.

Stilistinnen und Recruiter raten dazu, Firmenkultur vorab zu prüfen und die eigene Kleidung eine Spur gepflegter zu wählen als die Alltagskleidung vor Ort. Christina Adamo vom Modehaus Neiman Marcus in Paramus, New Jersey, zieht daraus den Schluss, dass sich Dresscodes in den vergangenen Jahren spürbar gelockert haben, vor allem wegen der Verbreitung von Hybrid- und Remote-Arbeit.

Wann der Anzug weiterhin Sinn macht

Für Spitzenpositionen sowie Branchen wie Recht und Finanzen bleibt formelle Businesskleidung oft der Standard. Dort gilt ein gut geschnittener Anzug nicht nur als Bekleidung, sondern als Signal für Seriosität und Führungskompetenz. Personalexpertinnen raten, im Zweifel konkret nachzufragen: Ein kurzer Hinweis zur Kleiderordnung beim Recruiter kann peinliche Missverständnisse verhindern.

Wie Bewerber die richtige Balance finden

Praktische Schritte helfen bei der Entscheidung:

  • Firmenauftritt prüfen: Fotos auf der Website und in sozialen Netzwerken geben oft Aufschluss über den Alltagslook.
  • Einen Gang schicker gehen: Wer Mitarbeitern in Jeans gegenübersteht, sollte für das Interview eine bewusst etwas formellere Version dieses Looks wählen.
  • Rolle und Ebene bedenken: Für Führungspositionen lohnt sich ein moderner, gut sitzender Look, der Professionalität und Aktualität zugleich vermittelt.

Samantha Harman, Stilberaterin aus London, empfiehlt, nach Indikatoren in Stellenausschreibungen und Firmenprofilen zu suchen: Begriffe wie «innovativ» deuten eher auf lässigere Kleidung hin, klassische Begriffe auf konservativere Garderobe. Und: Selbstsicherheit in der Kleidung wirkt sich direkt auf die Gesprächsleistung aus. Wer sich wohlfühlt, tritt überzeugender auf.

Die Erfahrung macht deutlich, dass es keine Patentlösung gibt. Manche Bewerberinnen sind frustriert, wenn sie sich formell kleiden und die Gesprächspartnerinnen im T-Shirt erscheinen. Andere wiederum sehen in einem gepflegten Auftritt ein wichtiges Zeichen von Respekt und Kompetenz.

Fazit

Das ideale Outfit ist heute Kontext und Botschaft zugleich: Es sollte die eigene Professionalität unterstreichen, zur angestrebten Position passen und die Kultur des Unternehmens berücksichtigen. Wer im Zweifel unsicher ist, wirkt am stärksten, wenn er einen Schritt über dem wahrgenommenen Alltagston des Unternehmens bleibt und dabei souverän auftritt.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: louisianafirstnews.com
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