Die stille Pflicht am Fest: Welche Berufe an Weihnachten die Stellung halten
Die Menschen, die Weihnachten ermöglichen
Weihnachten wirkt wie ein gemeinsames Innehalten, doch für viele bleibt die Arbeit an den Feiertagen Realität. Krankenhäuser, Nahverkehr, Lieferdienste, Feuerwehr und zahlreiche weitere Berufsgruppen sorgen dafür, dass Geschenke ankommen, Patientinnen und Patienten versorgt sind und öffentliche Sicherheit gewahrt bleibt. Dieser Text erklärt, wer an Weihnachten im Einsatz ist, warum das so ist und welche gesetzlichen Regeln gelten.
Gesetzliche Regeln zur Arbeit an Feiertagen
Das deutsche Arbeitszeitgesetz schützt das Recht auf Erholung an Sonn- und Feiertagen. Grundsätzlich dürfen Beschäftigte an diesen Tagen nicht arbeitend eingesetzt werden. Ausnahmen regelt §10 ArbZG: Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, Energie- und Wasserversorgung, Transport und Logistik, Not- und Rettungsdienste, Hotel- und Gastgewerbe sowie Medien gehören zu den Bereichen, in denen Arbeit an Feiertagen erlaubt ist, weil sie zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens nötig ist. In Österreich und der Schweiz gelten ähnliche Ausnahmeregelungen im jeweiligen Arbeitsruhegesetz respektive Arbeitsgesetz. Rechtlich ist der 24. Dezember in diesen Ländern kein einheitlicher Feiertag; viele Arbeitgeber gewähren dennoch freiwillig einen halben oder ganzen freien Tag.
Berufe, die an Weihnachten im Einsatz sind
Hinter jedem sorglosen Fest stehen Menschen, die an den Feiertagen Dienst tun. Einige exemplarische Berufsgruppen:
- Postboten und Paketboten: Wochen vor Heiligabend steigen die Sendungsmengen stark an. Zustellerinnen und Zusteller bringen Last-Minute-Geschenke und erfüllen so viele private Wünsche. Laut kununu Gehaltscheck liegt das durchschnittliche Bruttojahresgehalt bei rund 32.000 Euro.
- Pfarrerinnen und Pfarrer: Christmetten und Gottesdienste gehören für viele zum Weihnachtsabend. Seelsorgerinnen und Seelsorger bereiten die Feiern vor und begleiten die Gemeinden auch an den Feiertagen. Durchschnittliches Bruttojahresgehalt laut Daten etwa 57.100 Euro.
- Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr: Busse, Züge und Straßenbahnen bringen Menschen quer durchs Land zu ihren Familien. Lokomotivführerinnen und Lokomotivführer, Tram- und Busfahrerinnen und -fahrer ermöglichen die Mobilität zu Weihnachten.
- Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger: Kliniken und Pflegeeinrichtungen sind rund um die Uhr in Betrieb. Notfälle und chronische Erkrankungen kennen keine Feiertage, deshalb arbeiten Pflegepersonal und Ärztinnen und Ärzte auch an Heiligabend und den Feiertagen.
- Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste: Sicherheit und Hilfe bei Bränden, Unfällen oder medizinischen Notfällen sind auch am Fest unabdingbar. Diese Einsatzkräfte stehen das ganze Jahr über bereit.
- Drogistinnen und Drogisten, Einzelhandelmitarbeiterinnen und -mitarbeiter: Für Last-Minute-Geschenke, notwendige Kleinigkeiten oder das Einpacken stehen Mitarbeitende auch in den Tagen vor Weihnachten bereit.
- Radiomoderatorinnen und -moderatoren sowie Redakteurinnen und Redakteure: Sie begleiten durch die Feiertage mit Musik, Nachrichten und Moderation und sorgen dafür, dass Informationen und Unterhaltung verfügbar bleiben.
- Weihnachtsmänner und -frauen: Ob im Einkaufszentrum, bei Firmenfeiern oder in sozialen Einrichtungen: Menschen in Kostümen schenken Kindern und Familien besondere Momente.
Warum freiwilliges Arbeiten nicht immer möglich ist
Arbeit an Feiertagen ist nicht beliebig delegierbar. Arbeitgeber dürfen Beschäftigte nur dann an Feiertagen einsetzen, wenn die Tätigkeit zu den gesetzlich geregelten Ausnahmen gehört. Freiwilligkeit ist also oft durch rechtliche Rahmenbedingungen begrenzt. Zugleich zeigen viele Unternehmen Kulanz, indem sie an Heiligabend freiwillig frei geben oder Ausgleichslösungen anbieten.
Ein Dank an alle, die die Feiertage ermöglichen
Weihnachten lebt von Traditionen, Lichtern, Gerüchen und Begegnungen. Dass viele Menschen diese Zeit genießen können, ist das Ergebnis der Arbeit zahlreicher Berufsgruppen. Ihnen allen gilt ein ausdrücklich ausgesprochenes Danke: für die Bereitschaft, Dienst zu tun, wann immer es nötig ist.

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