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Wirtschaftsweiser Werding: Abschaffung der Minijobs würde Beschäftigung nicht gefährden

13. Juli 2026

Abschaffung der Minijobs würde Beschäftigung nicht auslöschen, sagt Wirtschaftsweiser

Osnabrück — Die Debatte um das Ende der Minijobs ruft nach Einschätzung des Wirtschaftsweisen Martin Werding unnötige Ängste hervor. Werding warnt davor, die möglichen Folgen zu dramatisieren; statt eines massiven Jobabbaus rechnet er mit Anpassungen, die Beschäftigung und Arbeitsangebot sogar stärken könnten.

Der Ökonom erklärt, vergleichbare Teilzeitstellen blieben auch ohne die Minijob-Regelung möglich und müssten für Betriebe nicht zwangsläufig teurer werden. Nach seinen Berechnungen lägen bei regulärer Sozialversicherung rund 42 Prozent Sozialbeiträge an, von denen der Arbeitgeber etwa die Hälfte trage. Bei Minijobs falle derzeit eine pauschale Arbeitgeberbelastung von circa 31 Prozent an.

Werding schlägt vor, den Bruttolohn bei einer Umstellung um etwa zehn Prozent anzuheben. Diese Erhöhung würde den überwiegenden Teil des Einkommensverlusts für Beschäftigte ausgleichen, die künftig etwa 21 Prozent Sozialabgaben zu tragen hätten. Ohne eine solche Anpassung könnten Arbeitgeber sogar Kosten sparen, so seine Analyse.

Ein weiterer Punkt in Werdings Argumentation betrifft die Flexibilität: Viele Beobachter verteidigten Minijobs mit dem Hinweis auf ihre besondere Flexibilität. Werding kontert, dass diese Flexibilität an der Minijobgrenze ende. Durch Wegfall der Einkommensgrenze könnten sich Arbeitgeber und Beschäftigte freier abstimmen, etwa indem eine zusätzliche Stunde Arbeit pro Woche das Nettogehalt merklich erhöhe.

In der Summe erwartet Werding deshalb nicht weniger Arbeitsplätze, sondern eher ein Ausweiten des Arbeitsangebots. Die Diskussion um die Abschaffung der Minijobs brauche daher weniger Alarmismus und mehr nüchterne Gestaltungsvorschläge, betont er.

Die politische Debatte bleibt damit offen. Arbeitgeber, Gewerkschaften und Kommunen in Osnabrück und bundesweit werden genau verfolgen, wie Gesetzgeber und Tarifparteien auf mögliche Reformvorschläge reagieren.

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