Ein Tag im Job der anderen — Arbeitsplatztausch stärkt Solidarität in der Lebenshilfe Sennfeld
Praktischer Perspektivwechsel stärkt Teamgeist und Verständnis
Sennfeld — Unter dem Motto «Bereit für Neues — Arbeitswechsel» tauschten alle nicht behinderten Mitarbeitenden der Werkstatt für behinderte Menschen in Sennfeld einen Arbeitstag lang ihre Plätze. Ziel der Aktion war es, Nähe zu schaffen, die Aufgaben der Kolleginnen und Kollegen wirklich zu erleben und so den Teamzusammenhalt zu vertiefen.
Werkstattleiter Günter Scheuring tauschte sein Büro gegen eine Achtstundenschicht in einer Außengruppe bei Kühne in Gochsheim und packte gemeinsam mit Beschäftigten Kartons mit Saucenflaschen. «Es ist wichtig, die Arbeit selbst auszuprobieren, um ein Verständnis füreinander zu entwickeln», erklärte Scheuring. Die Erfahrung machte deutlich, wie sehr organisatorische Verantwortung und praktische Tätigkeit zusammenwirken.
In der Werkstatt Sennfeld sind rund 530 Menschen mit und ohne Behinderung beschäftigt. Die Tätigkeitsfelder reichen von Montage und Verpackung bis zu handwerklicher Fertigung in Schreinerei und Schlosserei. Besonders in Zeiten personeller Engpässe ist Flexibilität gefragt; der Schulungstag machte diese Realität für alle erfahrbar und eröffnete neue Perspektiven auf die täglichen Abläufe.
Die Idee für den Arbeitsplatztausch entstand bereits 2024 und wurde nach einem Probelauf nun verpflichtend umgesetzt. Die Einsatzorte wurden per Los ermittelt, zentrale Schnittstellen blieben unberührt. So montierte Jessica Dülk, sonst in der Förderstätte tätig, an diesem Tag Stoßdämpfer in der Schlosserei, während Werner Bötsch aus der Schreinerei in der Förderstätte beim Kochen und Basteln half. Andreas Roth, stellvertretender Werkstattleiter, unterstützte im Pflegebereich bei der Essensausgabe und bei Toilettengängen.
Teilnehmende beschrieben den Tag als wertvollen Lernraum. Simon Ebert, Fachkraft für Lagerlogistik, berichtete von neuen Einblicken in die Förderstätte und betonte, wie sehr ein solcher Perspektivwechsel die tägliche Arbeit bereichert. Am Ende stand für viele fest, dass der Austausch das gegenseitige Verständnis vertieft und den Zusammenhalt im Team nachhaltig stärkt.

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